Liebesbrief in Corona-Zeiten

Der große Festgottesdienst der Firmung muss wegen Corona verschoben werden. Einige Jugendliche jedoch haben sich entschieden, dass sie wie geplant Anfang Februar das Sakrament der Firmung empfangen möchten. Dazu erhält der Pfarrer die Beauftragung vom Bischof und wird in einigen Gemeindegottesdiensten jeweils einer kleinen Gruppe das Sakrament der Firmung spenden.

Sakrament der Firmung – Was ist das eigentlich?
Die schönste Definition von Sakrament ist für mich das Bild vom Liebesbrief.
So wie zwei sich liebende Menschen Zeichen finden, um sich ihre Liebe zu zeigen, so sind Sakramente sichtbare Zeichen, die die Liebe des unsichtbaren Gottes zu uns Menschen erfahrbar werden lassen. Bei der Firmung – was übersetzt heißt „Stärkung“ – geht es außerdem um die Zusage:
Du bist nicht allein. Das Wesentliche, das, worauf es ankommt im Leben, musst du nicht allein aus eigener Kraft schaffen. Gottes Geistdas heißt Gottes Kraftwirkt in dir, mit dir und durch dich in dieser Welt.

Diese Zusage gilt nicht nur den Jugendlichen, die das Sakrament der Firmung empfangen. Sie gilt allen Getauften. Es geht darum, dass wir darauf vertrauen, dass Gott uns in jeder Situation das geben kann, was wir brauchen an Mut und Kraft, an Vertrauen und Zuversicht, an Einsicht und Erkenntnis, an Weisheit und Verständnis, an Phantasie und Kreativität, an Liebe und Frieden und woran es uns sonst noch fehlt. Es liegt an uns darauf zu vertrauen und immer da, wo wir an Grenzen stoßen, um das zu bitten, was uns aus eigener Kraft nicht möglich ist. Es liegt an uns, aus diesem Vertrauen zu leben und zu handeln – auch in Zeiten der Corona-Krise.

Steffi Brüggemann – Pastoralreferentin Biberach